Taktverdichtung ab 2021

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ChristophN
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Taktverdichtung ab 2021

Ungelesener Beitrag von ChristophN » Do 19. Nov 2020, 21:24

Wie ja schon im Presselinks-Faden ersichtlich (https://www.weser-kurier.de/bremen/brem ... 44742.html), sollen ab Mitte 2021 weitreichende Taktverdichtungen erfolgen.

Interessant daran finde ich vor allem, dass man nach fast 20 Jahren wieder zum 15-Min-Takt sonntags nachmittags zurückkehren will, wie es ja bis Ende 2002 üblich war. Die damalige Umstellung von 15- auf 20-Minuten-Takt war eine Verschlechterung für die Hauptlinien, aber eine Verbesserung für viele Anschluss- bzw. Nebenlinien, die gleichzeitig vom 30er-Takt auf den 20er-Takt verdichtet wurden. Das betraf etwa die 21, 22, 33/34, 40/41, 51, 53. Spannend ist deshalb die Frage, wie man denn damit nun umgehen will. Werden diese Linien wieder ausgedünnt auf einen 30er-Takt? Oder gar ebenfalls verdichtet auf einen 15er-Takt? Sie im 20er-Takt zu lassen dürfte ja ausscheiden, weil damit alle Anschlüsse hinfällig wären. Weiß jemand, was insoweit geplant ist?

Ich könnte mir alternativ ja auch vorstellen, den 20er-Takt grundsätzlich zu lassen und einzelne Linien - ähnlich wie im Freimarkts- und Adventsverkehr - auf einen 10er-Takt zu verstärken. Etwa die 1 zwischen Huchting und Tenever, die 4 zwischen Arsten und Borgfeld, die 10 auf ganzer Länge.

BRE
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Re: Taktverdichtung ab 2021

Ungelesener Beitrag von BRE » Do 19. Nov 2020, 21:46

Naja die Linien existieren ja teilweise gar nicht mehr in der Form, die damals bei der Umstellung noch aktuell war. Die 51 und 53 gibt es ja gar nicht mehr und da wäre die Frage halt, ob die Linien 26 und 27 dann jeweils nur noch alle 30 Minuten fahren (was dann auch eine Verschlechterung von aktuell alle 10 Minuten auf alle 15 Minuten zwischen Huckelriede und Hemmstraße wäre) oder eben dann alle 15 Minuten. Wobei ein 7,5-Minuten-Takt zwischen Huckelriede und Hemmstr. auf einem Sonntag schon etwas viel sein dürfte. Generell fände ich es schon sinnvoll die Verdichtung auch auf den Nebenlinein mitzugehen.

Spannender finde ich fast noch folgendes:
Die Linien 1, 4, 6, 24, 25 und 26/27 sollen zwischen den Berufsverkehrszeiten im 7,5-Minuten-Takt fahren.
Das wäre dann ja zumindest bei den Buslinien genau so oft, wie in der HVZ. Auch spannend die Option ggf. auch in der HVZ weiter zu verdichten.

T Hancke
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Re: Taktverdichtung ab 2022

Ungelesener Beitrag von T Hancke » Fr 20. Nov 2020, 00:01

In dem Artikel steht ja auch, dass ab 2022 auch eine Verdichtung zu den HVZ angedacht ist, dafür muss aber erst der FAhrzeugpark um 7 Bahnen und 15 Busse aufgestockt werden.
Interssant auch, dass man nun offenbar bereit ist , das zu erwartende höhere Defizit der BSAG auszugleichen, während in der Vergangenheit ja immer eine Senkung, bzw. Sabilisierung der ZUschüsse gefordertr war..
Mal sehen. ob das wirklich durchgehalten wird.

BRE
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Re: Taktverdichtung ab 2021

Ungelesener Beitrag von BRE » Fr 20. Nov 2020, 00:57

Das war genau das, was ich mit der Option meinte und wäre aus meiner Sicht absolut wünschenswert. Wer A sagt (Auto aus der Innenstadt etc.), muss auch B (attraktiverer ÖPNV) sagen. Wenn die Stadt die Finanzierung frei gibt ist das mit den Fahrzeugen ja auch kein Problem. Busse gibt es von der Stange und auf Avenios gibt es ja noch Optionen. Das Einzige was dann in meinen Augen noch nötig wäre, wäre die Schließung der Nachtlücke in der Woche.

Torsten S
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Re: Taktverdichtung ab 2021

Ungelesener Beitrag von Torsten S » Sa 21. Nov 2020, 13:05

... und man bräuchte weitere Abstellkapazitäten.
Wenn die BSAG 7 Bahnen noch irgendwo unterbringen könnte, würden nicht ständig GT8N verschrottet.
Für 15 Busse fänden sich sicherlich übergangsweise Abstellplätze, zur Not bei den Mitbewerbern, aber früher oder später muss ein weiterer Betriebshof her.
Ab 2022 sind auch keine weiteren Avenios zu bekommen, zumal man dann noch mit der Herstellung und Auslieferung der 77 Bahnen gut beschäftigt sein wird. Also müssten mindestens 12 GT8N (inkl. Reserve!) eine Galgenfrist erhalten; mir wär's recht.

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GT8N-1
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Re: Taktverdichtung ab 2021

Ungelesener Beitrag von GT8N-1 » Sa 21. Nov 2020, 13:47

Das Thema hatten wir ja schon einige male, die GT8N sind so abgerockt, dass ein wirtschaftlicher Betrieb selbst bei den besten Fahrzeugen nicht mehr sinnvoll möglich ist.

Die Abstellkapazität ist momentan besonders kritisch, weil Gröpelingen nicht zur Verfügung steht. Wenn der neue Betriebshof in ein paar Jahren fertig ist, sollte sich das ein bisschen entpannen.

Eine Option für 7 Avenios besteht, die könnte man theoretisch einlösen. Dennoch wird wohl früher oder später, vor allem wenn weiter expandiert wird, wirklich ein neues Betriebshof nötig werden.

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Re: Taktverdichtung ab 2021

Ungelesener Beitrag von Tw3120 » Sa 21. Nov 2020, 22:05

Ich finde es gut, dass die BSAG auf gewissen Linien zwischen den Hauptverkehrszeiten alle 7,5 Minuten statt nur alle 10 Minuten fahren soll. Leider fallen der BSAG und der Stadt Bremen dabei die Versäumnisse der Vergangenheit auf die Füße:

Für den dichteren Takt werden sieben weitere Bahnen benötigt. Da der verbesserte Fahrplan bereits ab dem zweiten Halbjahr 2021 in Kraft treten soll, muss man mindestens sieben GT8N von der Verschrottung zurückstellen und für einige Jahre gegebenenfalls teuer warten und reparieren. Bei den neuen Avenios besteht eine Option über sieben Bahnen, die man einlösen könnte, so dass nach deren Auslieferung die restlichen GT8N ersetzt werden können.

Für weitere Neubaustrecken (z. B. Überseestadt, Sebaldsbrück-Weserpark, Gröpelingen-Bhf. Oslebshausen/Bhf. Burg) oder weitere Taktverdichtungen sind dann keine Reserven mehr vorhanden. Es wäre eine neue Ausschreibung für die zusätzlichen Fahrzeuge erforderlich, wobei deren Preis sicherlich über denen der Avenios ("Nordlichtern") liegen dürfte. Selbst wenn diese Ausschreibung zügig vorbereitet werden sollte, wäre das Ergebnis wahrscheinlich erst Ende 2021/Anfang 2022 bekannt, so dass die ersten Bahnen daraus frühestens 2024 in Bremen eintreffen dürften.

Nun rächt sich, dass man bei der Bestellung der Avenios nicht mehr Optionen vereinbart hat.

Ein neuer Betriebshof oder zumindestens eine neue Abstellanlage müssten eventuell auch gebaut werden, wenn deutlich mehr als die sieben Bahnen aus den Optionen beschafft werden sollen. Das sollte zeitlich aber bis zum Eintreffen der neuen Bahnen kein Problem sein, wenn man rechtzeitig mit der Planung und Ausschreibung beginnen würde.

Katzenbus
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Re: Taktverdichtung ab 2021; Zweiterstellung von GT8N

Ungelesener Beitrag von Katzenbus » Sa 21. Nov 2020, 23:13

Hallo ans Forum!

Taktverdichtungen sind ein lange überfälliger Schritt. In anderen Städten hat man die Notwendigkeit dafür aber schon viel früher erkannt und auch ohne "Corona-Schock". Allerdings ist es in Bremen auch wieder nur ein halber Schritt vorwärts. Auf einigen Linien sind auch weitere HVZ-Verdichtungen nötig:

Die Linie 1 etwa braucht dringend einen nachmittäglichen 5-Minuten-Takt und E-Wagen für den Schülerverkehr in der Vahr, und zwar am besten vorgestern.

Nach Corona wird sich das Waterfront-Problem für die Linie 3 wieder stellen. Und es gab ja auch mal HVZ-Verstärker 10E/2E: Gröpelingen - Innenstadt. Die hat man für das Experiment 5/5S abgezogen. Noch besser: Bis 2002 gab es auf der 2,3 und 10 in der HVZ auch einen 7,5-Minuten-Takt. Warum nicht das?
GT8N-1 hat geschrieben:
Sa 21. Nov 2020, 13:47
Das Thema hatten wir ja schon einige male, die GT8N sind so abgerockt, dass ein wirtschaftlicher Betrieb selbst bei den besten Fahrzeugen nicht mehr sinnvoll möglich ist.
Wäre eigentlich eine "Zweiterstellung" von ausgesuchten GT8N möglich? "Zweiterstellung" ist ein Begriff, den sich - ich glaube - die Stadtwerke Bonn für ihre alten Stadtbahnwagen vom Typ B ausgedacht haben, die quasi entkernt und mit neuem Innenraum und neuer Technik ausgestattet wurden. Das ist billiger als ein Neukauf und unabhängig vom Markt für Neufahrzeuge.

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Re: Taktverdichtung ab 2021, Zweiterstellung von GT8N

Ungelesener Beitrag von Tw3120 » So 22. Nov 2020, 00:01

Eine Zweiterstellung der GT8N oder eine zumindestens gründliche Aufarbeitung war ja ursprünglich aus Kostengründen für 10 GT8N geplant, um "nur" 67 neue Avenios anschaffen zu müssen. Das wurde wegen der unerwartet hohen Kosten dann wieder verworfen. Ich glaube, dass die Kosten pro Bahn bei über einer Million Euro gelegen haben und man dafür "nur" 10 Jahre weitere Einsatzbereitschaft erhalten hätte. Nach 10 Jahren hätte die BSAG dann 10 neue Bahnen als Ersatz bestellen müssen, sofern die GT8N die 10 Jahre überhaupt durchgehalten hätten.

Siemens hatte angesichts dieser Überlegungen für die letzten 10 Avenios (von Nr. 68 bis 77) daraufhin auch noch ein extrem günstiges Angebot gemacht.

Im Fall der Bremer GT8N wäre eine Aufarbeitung somit teurer gewesen als ein Neukauf von Bahnen.

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Re: Taktverdichtung Fahrzeuge und Betriebshöfe

Ungelesener Beitrag von T Hancke » So 22. Nov 2020, 01:23

Man muss dabei eigentlich sehen, dass diese Verdichtungen eigentlich nur ein "back to the 80s" sind.
Da gab es in den Winterplänen zur HVZ auf den SL 1,5 und 6 einen 5 Min Takt und auf den SL 2,3 und und 10 einen 6 Min Takt
Dafür hatte man 79 GT4 Hansa 61 GT 4 Wegmann und ca 20 T4 , also etwa 160 TW und die passten ja auch alle auf die 4 Betriebshöfe.
Da nicht alle Bw hatten wurde vielleicht etwas wenige Gleislänge gebraucht, aber 43 GT8N-1 +77 GT8 N-2 sind j esrt 120 , wenn man dann noch dieOptionen von 7 für neue Strecken dazurechnet und 7 nachbestellen würde wäre man erst bei 134 , das sollte man schon irgendwie hinbekommen.
Bei den Fahrzeugen muss ja ein Teil der Gt8N sowieso noch mindestens 2 Jahre durchhalten, da man dann durch entsprecehnde Ausmusterungen auch über entsprechende Ersatzteile verfügen würde, könnten ein paar sicher noch etwas länger benutzt werden, bist dann auch nachbestellte Fahrzeuge eintreffen. Bei noch weiteren Streckenverlängerungen müsste man natürlich auch mal einen neuen Betriebshof oder zumindest Abstellanlagen mit einplanen.

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Re: Taktverdichtung ab 2021

Ungelesener Beitrag von Arne Schmidt » So 22. Nov 2020, 10:03

Was den Bedarf von weiteren Bahnen bezüglich der o.g. Neubaustrecken betrifft, wäre ich mal ganz entspannt. Die ursprünglichen Planungen für die Verlängerungen der 1 und 8 sahen vor, dass der Betrieb 2012 aufgenommen werden sollte. Was draus geworden ist, sehen wir ja heute. Selbst wenn mit nicht vergleichbaren Verzögerungen zu rechnen ist, glaube ich, dass innerhalb der nächsten 8 Jahre keine dieser Strecken eröffnet wird. Zeit genug also, um sich um Neubeschaffungen zu kümmern...
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Re: Baubeginn Linie 1

Ungelesener Beitrag von Wolf und Geisslein » So 22. Nov 2020, 14:40

Der Baubeginn der Linie 1 in Huchting ist im Nov. 2020 (Vorbereitung); im nächsten Frühjahr geht es dann richtig los. Eröffnung dann in 2024 geplant!

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Re: Taktverdichtung ab 2021

Ungelesener Beitrag von Arne Schmidt » So 22. Nov 2020, 15:15

Ich meine die Strecken, die im Post gestern um 23:05 Ihr genannt worden sind. Die Verlängerung der 1 und 8 wurden von mir nur als Vergleichsbeispiel für die lange Vorlaufzeit eines solchen Projektes genannt. Dass hier Eröffnung 2024 weiss ich. Mal sehen, ob es auch klappt, die 8 ist nämlich noch nicht "durch".
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Re: Taktverdichtung ab 2021

Ungelesener Beitrag von internaut » Mo 23. Nov 2020, 11:14

Nur eine Taktverdichtung in der HVZ führt zu mehr Fahrzeugbedarf - andererseits plant man doch auch mit Ausdünnungen, wenn nur noch breite Bahnen eingesetzt werden (z.B. auf der 4). Dichterer Takt in der Zwischenverkehrszeit oder am Wochenende führt doch nicht zu Mehrbedarf.
Gegen einen Platzmangel in den Betriebshöfen hilft eine Dauereinsatz auch werktäglich im Nachtverkehr. Also statt "Heim- und Ausrückfahrten von E-Wagen" um 1:30 und 3:30 die Nachtstraßenbahnlinien durchgängig mit zwei oder drei zusätzlichen Knoten zwischen 0:30 und 4:30 am HBF.

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Re: Taktverdichtung ab 2021

Ungelesener Beitrag von GT8N-1 » Mo 23. Nov 2020, 14:14

Ich denke auch bei Taktverdichtungen in der Nebenverkehrszeit bräuchte man mehr Fahrzeuge, irgendwann müssen die Bahnen ja auch mal gewartet werden, wenn die aber durchgängig alle im Einsatz sind fällt ein Zeitfenster für kleinere Reparaturen am Mittag raus.

Außerdem bedeutet das, dass die Fahrzeuge aufs Jahr gerechnet mehr Kilometer machen, was auch höheren Verschleiß bedeutet, daher kann die Werkstatt weniger flexibel planen, wenn mal kurzfristig was ausfällt, wenn es nicht mehr Fahrzeuge gibt.

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