VEP Fortschreibungsbericht

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T Hancke
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VEP Fortschreibungsbericht

Ungelesener Beitrag von T Hancke » 15. Mai 2021 02:12

Es wurde ja bei den Presselinks mal kurz darauf verwiesen, dass die Einführung von Metro und Exprssbuslinien geplant ist.
In[url]file:///C:/Users/user/Downloads/20210327_VEP-Bericht_Ma%C3%9FnahmenHandlungskonzept_V0.5%20Beteiligung.pdf[/url]
dem Link sind im Kapitel 3 dazu relativ interessante Planungsvorhaben zu entnehmen.

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GT8N-1
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Re: VEP Fortschreibungsbericht

Ungelesener Beitrag von GT8N-1 » 15. Mai 2021 11:00

Moin,
gerade auf Seite 89 gelesen:
Die Finanzierung der Straßenbahnen aus dem Bremen-Fonds wurde bereits im Februar beschlossen
-> Beschluss/Bestellung bei der BSAG im 2. Quartal 2021.
Im Bereich/Kasten darüber steht die Bestellung von 7 zusätzlichen Bahnen und 15 Bussen.

Heißt das also, dass man die Option über 7 weitere Avenios definitiv wahrnimmt? Irgendwie ist das völlig an mir vorbeigegangen, wäre aber sehr erfreulich.

T Hancke
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Re: VEP Fortschreibungsbericht

Ungelesener Beitrag von T Hancke » 15. Mai 2021 15:49

Im November 2020 gab es dazu einen Bericht im WK wo über die Verdichtungen berichtet wurde und dass die Optionen eingelöst werden sollen, leide ist der Bericht nicht mehr verfügbar.

T Hancke
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Re: VEP Fortschreibungsbericht

Ungelesener Beitrag von T Hancke » 15. Mai 2021 15:54

Für HB Nord gibt es offe´nbar wenig verbesseerungen , außer Marketing..
Die beiden MEtrobuslinien folgen weitgehend den bestehenden OL 90+94 , dafür dann im 7,5 Min Takt, dieser besteht durch die Überlagerungslinien, die dann wegfallen aber jetzt schon.
Da der 7,5 Min Takt nur bis Rönnebecker Str geplant ist , kann man wohl davon ausgehen, dass jedes 2 Fahrzeug ab Rönnebecker Str den heutigen OL 91/92 folgt, das andere dann nach Neuenkirchen fährt.

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Felix M
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Re: VEP Fortschreibungsbericht

Ungelesener Beitrag von Felix M » 15. Mai 2021 17:49

Moin!
T Hancke hat geschrieben:
15. Mai 2021 15:54
Für HB Nord gibt es offe´nbar wenig verbesseerungen , außer Marketing..
Die beiden MEtrobuslinien folgen weitgehend den bestehenden OL 90+94 , dafür dann im 7,5 Min Takt, dieser besteht durch die Überlagerungslinien, die dann wegfallen aber jetzt schon.
Dass es kaum Verbesserungen gibt, stimmt doch so überhaupt nicht...
Auch in Nord wird, analog zur Stadt, vieles angepasst. Allerdings ist Nord zum Teil auch schon weiter als die Stadt, das darf man nicht vergessen!
Die Stufen mal eben auf Bremen-Nord bezogen:

Stufe 1:
Allgemeines Ziel: 7,5-Min-Takt auch vormittags, 15-Min-Takt am Sonntag
Bezogen auf Bremen-Nord: Den 7,5-Min-Takt gibt es auf den Hauptachsen zwischen Blumenthal und Vegesack vormittags auch schon heute. Insoweit gibt es also gar keinen Änderungsbedarf. Nur zwischen Vegesack und Burg sind da noch Lücken. Hierzu wird sich aber spätestens in Stufe 2 etwas ändern.
Und der 15-Minuten-Takt am Sonntag ist heute in Bremen-Nord schon umgesetzt. Auch hier besteht insofern kein Änderungsbedarf!

Stufe 2:
Allgemeines Ziel: Ganztägig dichter Takt auf Metrobuslinien
Bezogen auf Bremen-Nord: Spätestens jetzt wird es auch vormittags einen 7,5-Min-Takt auf den beiden Hauptachsen zwischen Burg und Vegesack geben. Hinzu kommt ein entsprechender Takt auch am Samstag und zwischen Bockhorn und Blumenthal. Außerdem wird die 93 bis zur Waterfront verlängert und alle Linien fahren über die Oslebshauser/Gröpelinger Heerstraße, hier dürften sich ebenfalls Verdichtungen ergeben.

Stufe 3:
Allgemeines Ziel: Quer- und Gewerbelinien
Bezogen auf Bremen-Nord: Hier gibt es für Nord tatsächlich wenig neues. Einzig Änderungen bei den Linien zu den Industriehäfen sind zu erwähnen, wobei diese zumindest zum Teil eher schon mit Stufe 2 kommen würden.
Bei Tangentiallinien muss man fairerweise sagen, dass die langgezogene Struktur von Bremen-Nord hier nur wenig Möglichkeiten bietet.

Stufe 4:
Allgemeines Ziel: Expressbusse
Bezogen auf Bremen-Nord: Neu ist hier eine Expressbuslinie von Marßel und Burg über die A27 in Richtung Uni. Das war es aber leider auch schon. Hier hätte man tatsächlich vielleicht noch ein wenig mehr in Nord erwarten können. Gerade über die A270 bieten sich Expressbuslinien ja eigentlich an. Allerdings gab es das ja auch schonmal (70S, 74S).

Stufe 5:
Allgemeines Ziel: Quartiersbusse
Bezogen auf Bremen-Nord: Hier kann Nord tatsächlich recht viel punkten. Quartiersbusse sind demnach in Schönebeck, St. Magnus und Blumenkamp geplant, on-Demand-Systeme in Burg-Grambke und laut Karte auch im Bereich Industriehäfen geplant. Zum Teil fehlen ÖPNV-Angebote hier heutzutage völlig. Bewusst nicht genannt habe ich hier Aumund-Hammersbeck, weil der geplante Quartiersbus wahrscheinlich mehr oder weniger wie die heutige 98 sein wird. Im Bereich Blumenkamp soll sogar schon was in Stufe 2 passieren.

Stufe 6:
Allgemeines Ziel: verbesserter Abend- und Nachtverkehr.
Bezogen auf Bremen-Nord: Auch hier gibt es Verbesserungen. Die N94 soll bis Vegesack erweitert werden und ich würde hier auch eher mit einem Bus als dem heutigen Taxi rechnen. In der Beschreibung wird zudem explizit genannt, dass die Änderung bereits früher umgesetzt werden sollte. Und von den Taktverdichtung im Abend- / Nachtverkehr dürfte Nord ebenfalls profitieren.

Stufe 7:
Allgemeines Ziel: Optimierung der Express- und Querlinien
Bezogen auf Bremen-Nord: Hier tatsächlich wenig neues, mangels Quer- und Expresslinien. Wobei die Linie durch den Wesertunnel natürlich auch für Norder interessant sein kann.

Stufe 8:
Allgemeines Ziel: Verdichtung auf 7,5-Min-Takt vormittags uns samstag
Bezogen auf Bremen-Nord: Ist zum Teil schon heute, spätestens aber mit Stufe 2 umgesetzt. Daher hier keine Änderungen.

Stufe 9/10:
Allgemeines Ziel: Taktverdichtung in Bremen-Stadt
Bezogen auf Bremen-Nord: In diesen Stufen ist Bremen-Nord tatsächlich mal außen vor. Die Änderungen kommen erst mit Stufe 11.

Stufe 11:
Allgemeines Ziel: 5-Minuten-Grundtakt Mo-Fr, 10-Minuten-Grundtakt So
Bezogen auf Bremen-Nord: Auch in Nord soll laut der Grafik der dichtere Grundtakt auf den Hauptachsen zwischen Rönnebecker Str. bzw. Bockhorn und Gröpelingen umgesetzt werden. Hinzu kommt die Eingliederung 93 in das Metrobusnetz und somit auch in den dichten Takt.

So, hat jetzt doch länger gedauert als geplant. Aber ich wollte es nicht so stehen lassen, dass sich in Nord wenig ändert, weil das einfach nicht stimmt.
Viele Grüße
Felix

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Arne Schmidt
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Re: VEP Fortschreibungsbericht

Ungelesener Beitrag von Arne Schmidt » 15. Mai 2021 18:08

Wenn das so durchgezogen wird, dann bleibt im Bremer ÖPNV in den nächsten Jahren kein Stein auf dem anderen. Ein paar Eindrücke nach dem Querlesen: Linie 5 bis zur Uni ist sicher zu begrüßen, soll ja auch schon kurzfristig realisiert werden. RS2 und RS3 mit Halbstundentakt schon Ende 2022, mal sehen, ob das klappt (wäre nice, aber wo kommen die zusätzlichen Kapazitäten auf der Schiene her?). Hoffentlich handelt es sich bei den Bezeichnungen für die Metrobusse tatsächlich um Projektbezeichnungen, Liniennummern wie M1, usw. wären mir da lieber. Ob die Expressbusse ihrem Namen alle Ehre machen werden? Klar, sie sollen nur wenige Haltestellen bedienen. Aber nicht, dass sie durch zu viele 30er Zonen (z.B. Osterdeich) ausgebremst werden. Schade, dass der Bahnhof Föhrenstr erst für 2025 angedacht ist, andere neue Stationen eher noch später. Da wird doch schon seit Jahren geplant....
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Kramomat
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Re: VEP Fortschreibungsbericht

Ungelesener Beitrag von Kramomat » 18. Mai 2021 11:18

Arne Schmidt hat geschrieben:
15. Mai 2021 18:08
RS2 und RS3 mit Halbstundentakt schon Ende 2022, mal sehen, ob das klappt (wäre nice, aber wo kommen die zusätzlichen Kapazitäten auf der Schiene her?).
Das war bereits Bestandteil der Ausschreibung, die NWB soll dort liefern.
Bis Ende 2022 finden auf der Strecke nach Bremerhaven auch noch einige Optimierungen an der Leit- und Sicherungstechnik sowie Beseitigung von BÜs statt.

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Linie 4
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Re: VEP Fortschreibungsbericht

Ungelesener Beitrag von Linie 4 » 28. Mai 2021 23:26

Moin zusammen,

wie bereits erwähnt wurde, in Bremen-Nord ändert sich mit der Stufe 1 nichts, da alle diese Forderungen dort bereits realisiert wurden. Ab der Stufe 2 gibt es dann für den Norden auch mehr Leistungen.

Wichtig zu erwähnen ist, dass der VEP Mitte Juni fortgeschrieben wird. Anschließend können die Stufen auch erst konkret definiert werden. Die Stufe 1 ist bereits durch den Bremen-Fonds fest finanziert. Die Einführung ist bereits zum Fahrplanwechsel im Dezember 2021 geplant. Mit dem bis dahin aufgebauten Fuhrpark ist die BSAG gut aufgestellt. Dazu zählen auch die fünf bestellten e-Citaro.

Die Stufe 2 befindet sich ebenfalls in der Vorplanung. So sind die aktuell in Auslieferung befindlichen 49er Gelenkbusse bereits für das geplante Metrobusliniennetz beschafft worden, weitere 15 E-Gelenkbusse werden zum Juli 2021 ausgeschrieben. Die Option über sieben weitere GT8N-2 Straßenbahnen wird ebenfalls diesen Sommer eingelöst. Die Umsetzung dieser Stufe ist ebenfalls durch die Behörde fest beabsichtigt und wird zum Jahreswechsel 2022/2023 umgesetzt. Je nach Lieferzeitraum der sieben GT8N-2 kann sich die Umsetzung bis März 2023 verschieben.

Für die weiteren Stufen liegt derzeit noch keine Finanzierung vor, allerdings ist gerade mit den Stufen 3 und 4 bis Anfang 2024 fest zu rechnen.

Einige Stufen, wie die Stufen 10 und 11 müssen auch spätestens 2024 beschlossen werden, da die Beschaffung von 40 Straßenbahnen einen gewissen Vorlauf benötigt.

Alles in einem lässt sich sagen: Durch die schrittweise Umsetzung dieser Stufen, gerade durch die Stufe 2 wird das ÖV-Angebot in Bremen immens (+16% im Vergleich zum Jahresfahrplan 2021) verbessert.

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MD-83
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Eisenbahn-Haltepunkt "Föhrenstraße unten"

Ungelesener Beitrag von MD-83 » 12. September 2021 13:10

Arne Schmidt hat geschrieben:
15. Mai 2021 18:08
[...] Schade, dass der Bahnhof Föhrenstr erst für 2025 angedacht ist, andere neue Stationen eher noch später. Da wird doch schon seit Jahren geplant....
Zwar entstammt die folgende Meldung dem Weser-Kurier vom 05.09.2021 (Seite 12), da sie hier aber noch keine Erwähnung fand... Bezug genommen wird hierin auf die Hemelinger Beiratssitzung vom 01.09.2021:
"Der geplante Eisenbahn-Haltepunkt "Föhrenstraße unten" [..] wird sich voraussichtlich um fast ein ganzes Jahrzehnt verspäten - wenn er überhaupt kommt. [...] Während das Planfeststellungsverfahren für den Haltepunkt Föhrenstraße Oben an der Strecke nach Osnabrück voraussichtlich noch in diesem Jahr starten wird, liegen die Pläne für den Bahnsteig Föhrenstraße Unten [...] nun erst mal auf Eis. Als Ursache nannte Nicolas Rensing aus dem Verkehrsressort [...] die komplexen Änderungen an der Leit- und Sicherheitstechnik der Strecke, die für den Bau notwendig wären. "Das würde die Leistungsfähigkeit der Strecke sehr stark einschränken und deswegen ist die Station, so wie sie geplant war, nicht umzusetzen" [...]. Ganz ohne Hoffnung ließ Rensing die Hemelinger Ortspolitiker dann aber nicht. Sein Blick fällt auf den geplanten, aber längst noch nicht terminierten Bau eines dritten Eisenbahngleises zwischen Langwedel und Bremen-Sebaldsbrück. [...] Der Gedanke dahinter: Für das dritte Gleis könnten so umfangreiche Arbeiten entlang der Strecke notwendig sein, dass der Bau des Haltepunktes Föhrenstraße Unten doch noch möglich werden könnte. Mit einer Umsetzung des dritten Gleises [...] rechnet das Verkehrsressort nicht vor dem Jahr 2030. Ursprünglich war mit einem Baubeginn des Bahnsteigs noch in diesem Jahrzehnt geplant worden. [...]"
Wundert's wen? Willkommen in Bremen...

Daraus ergeben sich natürlich eine Menge Fragen, u.a.:
  • Wird beim aktuellen Ersatzbau des Zeppelintunnels eine Dreigleisigkeit der Eisenbahnstrecke berücksichtigt? Leider konnte ich dazu nirgends Planungsunterlagen ausfindig machen; ein "Ja" auf diese Frage würde mich aber doch sehr verwundern.
  • Wird der Bahnhof Sebaldsbrück [ich setze voraus, dass sich auch dessen geplante Auflassung damit auf unabsehbare Zeit erledigt hat] nun entgegen bisheriger Planungen doch barrierefrei ausgebaut und die Zuwegung dorthin aufgewertet?
Gruß von
:arrow: Michael Schwaß

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Ingo Teschke
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Re: VEP Fortschreibungsbericht

Ungelesener Beitrag von Ingo Teschke » 12. September 2021 21:22

MD-83 hat geschrieben:
12. September 2021 13:10
..."Der geplante Eisenbahn-Haltepunkt "Föhrenstraße unten" [..] wird sich voraussichtlich um fast ein ganzes Jahrzehnt verspäten - wenn er überhaupt kommt.
...
Wundert's wen? Willkommen in Bremen...
Hallo Michael, das ist kein Bremen-spezifisches Problem. Jeder, der mit DB Netz zu tun hat, kann solche haarsträubenden Geschichten erzählen. Da können auch die besten Bundes-, Landes-, Kommunalbehörden nichts gegen machen (ausser dass der Bund mal seine Eigentümerschaft an DB Netz ernst nimmt). Beispiele: Die Leistungsfähigkeit des Frankfurter Hauptbahnhofs könnte in einer Richtung deutlich gesteigert werden, wenn ein zusätzliches Signal installiert würde. Realisierungszeitraum: Anfang der 2030er Jahre! Oder die zu reaktivierende Bahnverbindung nach Kamp-Lintfort ohne zeitaufwändige Rangiermanöver - erforderlich ist die Einbindung einer Weiche ins Stellwerk. Das geht aber nicht, erst muss ein neues Stellwerk gebaut werden, Zeitraum nach 2035.

Also, Dein Bremen-Bashing ist hier Fehl am Platze. Ausserdem denkt jeder in seiner Stadt "schlechter kanns nicht gehen". Verglichen mit anderen Städten können wir uns m.E. nach wirklich glücklich schätzen, ein so aktives Bauressort zu haben. Nicht alle Fälle sind nach jedermanns Geschmack, aber die machen überhaupt mal was - im Gegensatz zu vielen anderen Ländern und Kommunen.
MD-83 hat geschrieben:
12. September 2021 13:10
Daraus ergeben sich natürlich eine Menge Fragen, u.a.:
  • Wird beim aktuellen Ersatzbau des Zeppelintunnels eine Dreigleisigkeit der Eisenbahnstrecke berücksichtigt? Leider konnte ich dazu nirgends Planungsunterlagen ausfindig machen; ein "Ja" auf diese Frage würde mich aber doch sehr verwundern.
...
Diese Frage kann ich Dir mit ziemlicher Sicherheit sagen: Die Dreigleisigkeit wird nicht berücksichtigt.
Bei der Offenlegung der Planfeststellungsunterlagen zum Ersatzbau des Zeppelintunnels habe ich als einziger Bürger das Recht in Anspruch genommen, einen formalen Einwand zu erheben. Grund: Die eingereichten Planunterlagen lassen eine Realisierung eines dritten Gleises nur unter erheblichen Mehraufwänden zu. Würde man die Strassenbahngleise nördlich der Eisenbahnstrecke etwa 50 cm weiter nördlich bauen, wäre der Aufwand deutlich geringer. Antwort von DB Netz als Bauträger: Einwand abgewiesen, da es ja durchaus möglich ist. Zwar müsste eine weitere Brücke für das 3. Gleis mit einer Spannweite von 32 Metern (!) gebaut werden, aber das ist ja nicht das Problem des Ingo Teschke.

Begründet hatte ich meinen Einwand damit, dass ich als Bürger keinen Bock habe, innerhalb weniger Jahre mehrere Behinderungen nacheinander einkalkulieren zu müssen. --> Man muss schon einen Grund angeben, wie einen das Bauvorhaben persönlich betrifft, ansonsten kann man sich Einwände gleich schenken. Den Erörterungstermin konnte ich nicht wahrnehmen, weil ich zu dem Zeitpunkt 1000 km entfernt arbeiten musste.

Ich hoffe, Dir ist klar, dass nicht allen Übels der Welt in der bremischen Verwaltung sitzt.

Gruss
Ingo Teschke

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MD-83
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Re: VEP Fortschreibungsbericht

Ungelesener Beitrag von MD-83 » 13. September 2021 12:15

Ingo Teschke hat geschrieben:
12. September 2021 21:22
MD-83 hat geschrieben:
12. September 2021 13:10
..."Der geplante Eisenbahn-Haltepunkt "Föhrenstraße unten" [..] wird sich voraussichtlich um fast ein ganzes Jahrzehnt verspäten - wenn er überhaupt kommt.
...
Wundert's wen? Willkommen in Bremen...
Hallo Michael, das ist kein Bremen-spezifisches Problem. [...]
Hallo Ingo, du hast ja recht. Es stellt wohl vielmehr ein Deutschland-spezifisches bzw. ein systeminhärentes Problem dar.
Ingo Teschke hat geschrieben:
12. September 2021 21:22
[...] Jeder, der mit DB Netz zu tun hat, kann solche haarsträubenden Geschichten erzählen. [...]
Genau richtig; deshalb frage ich mich:
  • Hatte unser Bauressort bzw. unsere hiesige Verwaltung vor diesem Projekt nicht mit DB Netz zu tun? Anders formuliert: Konnte / Wollte man dort nicht auf entsprechende Erfahrungswerte zurückgreifen? Vorausgesetzt, man war sich dort solch "haarsträubender Geschichten" bewusst, ist es m.E. mindestens fahrlässig, stets und in alle Richtungen das Signal "Bald ist es soweit" auszusenden. Dann wäre es ehrlicher gewesen, das Projekt offen und ausdrücklich "unter Vorbehalt" zu kommunizieren.
  • In welchem Planungsstadium bzw. wie regelmäßig erfolgte ein Austausch zwischen Bauressort / hiesiger Verwaltung und DB Netz? Immerhin dauern die "Planungen" gefühlt schon Jahrzehnte an - und selbst der Hemelinger Beirat durfte offenkundig bis zuletzt von einer (für unsere Verhältnisse) zeitnahen Realisierung ausgehen...
Ingo Teschke hat geschrieben:
12. September 2021 21:22
MD-83 hat geschrieben:
12. September 2021 13:10
Wird beim aktuellen Ersatzbau des Zeppelintunnels eine Dreigleisigkeit der Eisenbahnstrecke berücksichtigt? Leider konnte ich dazu nirgends Planungsunterlagen ausfindig machen; ein "Ja" auf diese Frage würde mich aber doch sehr verwundern.
Diese Frage kann ich Dir mit ziemlicher Sicherheit sagen: Die Dreigleisigkeit wird nicht berücksichtigt.
So werden vermutlich auch die kommenden Jahrzehnte verstreichen, ohne dass irgendetwas passiert: Keine Dreigleisigkeit, folglich kein Haltepunkt "Föhrenstraße unten". Und weil das Ganze jetzt so "plötzlich" kam, wird vermutlich auch nirgends ein "Plan B" (etwa barrierefreier Ausbau Bf Sebaldsbrück) vorhanden sein, der innerhalb der kommenden Jahrzehnte realisierbar wäre... Ich warte darauf, eines Besseren belehrt zu werden ;)
Gruß von
:arrow: Michael Schwaß

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Ingo Teschke
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Bahnhof Föhrenstr. unten

Ungelesener Beitrag von Ingo Teschke » 13. September 2021 21:00

Hallo Michael,

über die Rolle des Bremer Bauressorts kann ich nichts sagen. Nur ist es aber allgemein bekannt, dass die DB Netz immer versucht, externe Geldquellen zu erschliessen. Wenn also das Bremer Bauressort sagen würde "lasst uns mal das dritte Gleis gleich mitplanen", dann kommt - vermutlich - die erste Reaktion von DB Netz: "Dann gebt uns mal ein paar Millionen, dann planen wir das mit. Und bei der Realisierung bezahlt Ihr dann 50%" (Achtung: alles fiktive Unterstellungen meinerseits!).

Die DB-Netz-Planer haben einen klaren internen Auftrag, der sich genau auf das Projekt bezieht. Die Planer haben - so hatte ich zumindest bei dem Planer, der auf meine Eingabe geantwortet hat - nicht die geringste örtliche Kenntnis, und selbst die angenommenen Zugzahlen waren in der Summe zwar richtig, aber bezüglich der Traktionsart völlig falsch (es sollten dort mehr Dieseltriebwagen als elektrische Züge fahren!). Bei solchen Zuständen kann ich schon eine gewisse Zurückhaltung der bremischen Behörden verstehen. Wenn man aber nicht immer wieder das Bedürfnis eines neuen Bahnhofs artikuliert, würde seitens DB Netz überhaupt nichts mehr passieren.

Ich vernehme, dass das ganze jetzt eben zum dritten Mal geplant wird.
Die erste Planung sollte ja die Bahnsteigverlegung bringen, bis jemand den Planern gesagt hat, dass der Zeppelintunnel ja auch erneuert wird, was mit der ersten Planung nicht kompatibel war.
Jetzt wurde eine Lösung mit neuem Zeppelintunnel geplant, bis jemand den Planern gesagt hat, dass wohl tatsächlich ein drittes Gleis kommen wird, was mit der zweiten Planung nicht kompatibel war.
Jetzt wird eben eine Lösung mit neuem Zeppelintunnel und drittem Gleis geplant, bis jemand den Planern sagt, ... (denke Dir irgendetwas aus).

Gruss
Ingo

PS: Einen einfachen Plan B hätte ich: Richtung Hannover wird ein Bahnsteig beim neuen Bahnhof Föhrenstrasse unten gebaut - fix und fertig (das dritte Gleis ist ja wohl für die Nordseite vorgesehen). Richtung Bremen baut man den alten Behelfsbahnsteig des Bahnhofs Sebaldsbrück am Gleis 3 (am Stellwerk) aus. Dann benötigt man gar keinen Mittelbahnsteig mehr, hätte recht günstig eine Barrierefreiheit und könnte nach dem Ausbau des dritten Gleises den Bahnsteig verlegen. Die versenkten Gelder für den aufgemotzten Behelfsbahnsteig sollten überschaubar bleiben.

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Re: Eisenbahn-Haltepunkt "Föhrenstraße unten"

Ungelesener Beitrag von MD-83 » 14. September 2021 12:49

Ingo Teschke hat geschrieben:
13. September 2021 21:00
[...]
PS: Einen einfachen Plan B hätte ich: Richtung Hannover wird ein Bahnsteig beim neuen Bahnhof Föhrenstrasse unten gebaut - fix und fertig (das dritte Gleis ist ja wohl für die Nordseite vorgesehen). Richtung Bremen baut man den alten Behelfsbahnsteig des Bahnhofs Sebaldsbrück am Gleis 3 (am Stellwerk) aus. Dann benötigt man gar keinen Mittelbahnsteig mehr, hätte recht günstig eine Barrierefreiheit und könnte nach dem Ausbau des dritten Gleises den Bahnsteig verlegen. Die versenkten Gelder für den aufgemotzten Behelfsbahnsteig sollten überschaubar bleiben.
Hallo Ingo,

zweifelsohne ein "einfacher Plan B". Jedoch führt dieser zu mindestens einem weiteren Problem im Bf Sebaldsbrück: Gleis 3 wird grds. für die ein- und ausgehenden Mercedes-Züge benötigt. Eine Verlegung dieser Züge nach Gleis 1 oder 2 (und somit in eines der durchgehenden Hauptgleise) würde bedeuten, dass für den Zeitraum der Belegung von Gleis 1 bzw. 2 der gesamte Verkehr - inkl. IC/ICE - in eine Richtung mit 40 km/h durch den Bahnhof "geschleust" werden muss. Dagegen dürfte wohl nicht allein DB Netz Einwände haben...
Gruß von
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Bremer89
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Hp. Föhrenstraße und Hemelingen

Ungelesener Beitrag von Bremer89 » 17. September 2021 01:17

Was den Hp. Föhrenstraße (unten) angeht, ist es mal wieder ein Armutszeugnis... Aber warum überrascht mich sowas nicht mehr... Einfach nur noch peinlich sowas... Auf Dauer wird man, wenn es tatsächlich alles so stimmt wie geschrieben, wahrscheinlich für die S1 an Sebaldsbrück festhalten und schlussendlich nur für die S2 den Hp. Föhrenstr. bauen...

Bzgl. Hemelingen (neu) frage ich mich schon lange, warum dieser nicht noch weiter südlich der Hannoverschen Straße auf Höhe Rewe verschoben wird. Würde meines Erachtens noch mehr Sinn machen.

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Arne Schmidt
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Re: VEP Fortschreibungsbericht

Ungelesener Beitrag von Arne Schmidt » 17. September 2021 11:27

Bringen die paar Meter Richtung Rewe denn überhaupt etwas? Nach meinem Kenntnisstand soll der neue Hemelinger Bahnhof in Höhe des Gewerbegebietes Hemelinger Marsch entstehen. Ich weiß nicht, ob das noch aktuell ist. Sinnvoll wäre es aber schon.

Bezüglich des Bahnhofs Föhrenstr. wäre es tatsächlich besser, erst einmal die Osnabrücker Strecke anzubinden, sollte die große Lösung nicht klappen oder sich auf den Sanktnimmerleinstag verschieben. Besser als gar nichts. Immerhin sind die aktuellen Umsteigewege zu Bus und Strassenbahn in Hemelingen deutlich ungünstiger als am Bf. Sebaldsbrück. Kenne das aus eigener leidvoller Erfahrung nur zu gut...
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